Ich freue mich sehr, dass Sie sich für den Verein Lebensherbst und unsere Arbeit, vor allem aber auch für ältere Menschen interessieren. Wie wichtig dieses Thema für viele geworden ist, kann man an den zahlreichen Berichterstattungen ,Talkshows sowie den überfälligen Diskussionen über die Rentenreformen in den Medien verfolgen. Mein persönlicher Bezug zu älteren Menschen entstand schon sehr früh, da ich bei meinen Großeltern in Bulgarien aufwuchs. In vielen südlichen Ländern ist es ganz normal, mit den älteren Generationen unter einem Dach zu leben bzw. sich um sie zu kümmern. So habe ich es auch kennen gelernt. Hier in Deutschland stellte ich bei meinen Besuchen in den Heimen leider etwas anderes fest: Den Senioren fehlt es oft an Respekt und Aufmerksamkeit von den eigenen Verwandten, die für sie aber in solch einer Situation am wichtigsten ist. Natürlich trifft das nicht auf alle zu, es gibt auch viele Kinder, die einfach auch weit weg von ihren Eltern leben. Weit mehr als die Hälfte der Senioren in den Pflegeheimen sind Sozialhilfeempfänger. Individuelle private Ausgaben für eine selbst organisierte Freizeit sind nicht mehr möglich. Viele sitzen auch im Rollstuhl und sind darauf angewiesen, dass sie gefahren werden. Sie alle erhalten kaum Besuch von ihrer Verwandtschaft, und die Pfleger können nicht alles ersetzen. Einsamkeit und Eintönigkeit im Tagesablauf ist für sie in den Heimen normal geworden. Auch an Feiertagen oder Geburtstagen sind sie oft allein. Viele leiden daher an Depressionen.
Für diese Senioren hab ich 2005 Lebensherbst gegründet. Um für sie mit inzwischen vielen gleich gesinnten Mitgliedern da zu sein. Um etwas für sie zu tun und dafür zu sorgen, dass sie nicht vergessen werden. Deshalb versuche ich auch, in den Medien, bei den Politikern und in Talkshows darauf aufmerksam zu machen, wie viel wir hier noch erreichen müssen. Aber ebenso um klarzustellen, wie bemüht und nett viele Altenpfleger sind und wie klein aber dabei ihre Möglichkeiten. Aufgrund der finanziellen und personellen Situation in den Heimen können sie oft nur in der Pflege helfen. Zwischenmenschliches und Zuwendung bleiben leider zwangläufig auf der Strecke. Die Pfleger sind mit dieser Situation meist selbst nicht zufrieden und leisten dabei noch mehr, als ihnen bezahlt wird. Schwarze Schafe unter ihnen sind die Ausnahme, die von der Öffentlichkeit aber gerne hoch gepuscht wird.
Daher brauchen die Bewohner und Heime unsere Unterstützung. Lebensherbst e. V. organisiert durch Ihre Unterstützung verschiedene Freizeitaktivitäten, Besuchsdienste, Ausflüge, Hunde-Streicheltherapien, Weihnachtsfeiern, Lesungen oder aber finanziert Sachspenden wie Aquarien, Wii-Stationen, Heimkinoanlagen, Kochstationen für Bettlägerige, Zahnarztstühle usw. Und die Wunschliste ist noch lang. Eines unserer größten Projekte ist die Etablierung und Errichtung unserer Outdoor Lebensherbst- SeniorenTreffpunkte in ganz Deutschland. Es gibt inzwischen über 10 000 Hundertjährige in Deutschland. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Und auch wir werden mal alt und kommen dann vielleicht selbst in die Lage, dass wir Hilfe und Zuwendung benötigen. Helfen Sie uns den vielen bedürftigen Bewohnern in Heimen und den einsamen Senioren in ihren Wohnungen einen angemessenen und respektvollen Lebensherbst zu schenken. Durch Ihre Spende und Ihr Engagement in unserem Verein können wir gemeinsam viel erreichen... Herzlichst, Ihre Mariella Ahrens